Österreichische Gemeindezeitung Logo
Österreichische Gemeindezeitung Logo
  • Städtetag

Prominente Talkrunden

Gespräche zu Energiefragen und zu Wissenschaft und Forschung

Von Rredaktion | erstellt am

Philipp Hansa (ganz r.) moderierte den Talk.

Philipp Hansa (ganz r.) moderierte den Talk. © Markus Wache

Im Rahmen der Eröffnung des 75. Österreichischen Städtetages fand ein Talk zur Reformpartnerschaft, insbesondere zu Energiefragen, statt. Dabei tauschten sich Energiestaatssekretärin Elisabeth Zehetner, Städtebund-Präsident Bürgermeister Michael Ludwig, Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom und Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl aus. Energiestaatssekretärin Elisabeth Zehetner betonte in ihrem Statement: „Erneuerbare Energien dominieren mittlerweile unser System, wir brauchen hier einen völligen Umbau und müssen uns bezüglich der EU-Vorgaben und der Kompetenzverteilung neu aufstellen.“ Man solle laut Zehetner hinterfragen, „ob wir immer Zweidrittel-Mehrheiten brauchen, um die richtigen Schrauben in unserem Energiesystem, unserer Lebensader, zu drehen.“ Die Staatssekretärin erwartet große Reformen: „Es geht darum, gemeinsam Schritte zu setzen, um die Versorgungssicherheit, unsere Unabhängigkeit und die Leistbarkeit von Energie, nicht nur für Haushalte, sondern auch für die Industrie, zu sichern.“ 

Städtebund-Präsident Bürgermeister Michael Ludwig erklärte: „Für Städte und Gemeinden ist es wichtig, dass bei strukturellen Reformen dahinterliegende Finanzierungsströme mitgedacht werden, nach dem Motto ‚Geld folgt Leistung‘. Zudem sollten die Reformen keine zusätzlichen Kosten oder administrative Belastungen für Städte und Gemeinden zur Folge haben, im Gegenteil, die Reformpartnerschaft soll finanziell entlastend wirken. Wir werden uns als Städtebund weiterhin aktiv in die Reformpartnerschaft einbringen.“ 

Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl zeigte sich mit der Reformpartnerschaft zufrieden: „Wir sitzen an Tischen, an denen wir sonst nicht sitzen. Wir haben die Möglichkeit, uns einzubringen, es ist ein heftiger Diskurs, aber es geht sehr viel weiter.“ Den Beitrag der Gemeinden zur Energiewende sieht Pressl in der Standortverantwortung, aber auch in der Verantwortung, die Menschen zu begeistern: „Wir müssen Infrastrukturen schaffen, aber den Menschen auch den ganz unmittelbaren Nutzen der erneuerbaren Energie vermitteln, dann werden sie mitgehen.“ 

Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom erklärte, dass Reformen wichtig seien. „Ich komme aus einer Generation, in der das Fax etwas Besonderes war. Wir brauchen immer mehr Energie, daher braucht es dringend Reformen auf diesem Weg“, so Khom. Es sei eine Herausforderung, dass es so viele Netzanbieter in der Steiermark gebe. „Die große Schwierigkeit sind die Energiepreise. Wir müssen schauen, wie wir uns selbst versorgen können“, so Khom. 

Energiestaatssekretärin Elisabeth Zehetner und Präsident Michael Ludwig

Energiestaatssekretärin Elisabeth Zehetner und Präsident Michael Ludwig © Markus Wache

Wissen schafft urbane Zukunft 

Der Rektor der Montanuniversität Leoben, Peter Moser, sprach mit Moderator Philipp Hansa über aktuelle wissenschaftliche Themen. Auf die Frage, wie sich traditionelle Fächer wie Bergbau oder Erdölgewinnung mit dem Thema Nachhaltigkeit als zentrales Leitmotiv der Montanuni Leoben vertragen, antwortete er, es sei wichtig, dass kritische Rohstoffe aus nachhaltigen Quellen kommen und leistbar zur Verfügung stehen. Es gehe darum, „wie unsere Industrie sicher mit Rohstoffen versorgt werden kann.“ Zum Thema Erdöl und Erdgas gebe es „die Herausforderung, Energieversorgung leistbar zu halten.“ Saisonale Wärmespeicher, Wasserspeicher, Tiefenbohrungen: All das technisch und wirtschaftlich erschließen zu können, seien zentrale Themen an der Montanuniversität. 

Zur EURECA-PRO-Allianz, einer Vereinigung aus neun technischen und forschungsorientierten Universitäten und Hochschulen aus acht Ländern, sagte der Rektor: „Der zentrale Anspruch besteht darin, dass wir die Verantwortung für Produktion und Konsum zusammenbringen.“ Es sei zudem von zentraler Bedeutung, „dass wir nicht nur Produkte in die Gesellschaft bringen, die nachhaltig hergestellt werden, sondern die auch nachhaltig im Gebrauch sind.“

Peter Moser, Rektor der Montanuniversität
Peter Moser, Rektor der Montanuniversität © Markus Wache
vorheriges Bild Icon
nächstes Bild Icon