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Praxisreport: Leonding

Budgetkonsolidierung mit Weitblick: wie Leonding finanzielle Stabilität sichert.

Von Redaktion | erstellt am

Sabine Naderer-Jelinek, Bürgermeisterin von Leonding

Sabine Naderer-Jelinek, Bürgermeisterin von Leonding © Stadtgemeinde Leonding

Steigende Pflichtausgaben, sinkende finanzielle Spielräume und wachsende Erwartungen der Bevölkerung stellen Städte und Gemeinden vor große Herausforderungen. Die Stadt Leonding reagierte frühzeitig mit einer umfassenden Budgetkonsolidierung und zeigt damit, dass finanzielle Stabilität und Zukunftsinvestitionen kein Widerspruch sein müssen.

Bereits im Frühjahr 2025 begann Leonding gemeinsam mit einem auf öffentliche Haushalte spezialisierten Beratungsunternehmen, sämtliche Einnahmen, Ausgaben und Verwaltungsabläufe systematisch zu analysieren. In einem breit angelegten Beteiligungsprozess arbeiteten alle Fachabteilungen der Stadtverwaltung sowie die städtischen Tochterunternehmen an rund 350 möglichen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung. Anschließend wurden diese gemeinsam mit Vertreter:innen aller Gemeinderatsfraktionen politisch bewertet und priorisiert.

Breites Maßnahmenpaket

Das Ergebnis war ein Konsolidierungspaket mit rund 150 Einsparungsmaßnahmen und einem Gesamtvolumen von mehr als 14 Millionen Euro für die Jahre 2026 bis 2030. Dabei stand nicht der klassische Sparkurs im Vordergrund, sondern eine nachhaltige Optimierung der Verwaltungsstrukturen. Bewusst verzichtet wurde auf Einschnitte in Bereichen wie Kinderbetreuung oder Soziales. Ziel war es, die sehr gute Lebensqualität der Bevölkerung weiterhin zu sichern und gleichzeitig die langfristige finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt zu erhalten.

Viele Maßnahmen wirken im Hintergrund und sind für die Menschen in Leonding kaum spürbar. Verwaltungsprozesse wurden digitalisiert, interne Ressourcen besser genutzt und Leistungen verstärkt mit eigenem Personal erbracht. Ebenso analysiert werden die Leistungen von Fremdfirmen. Auch im Personalbereich setzte Leonding Sparmaßnahmen um: So konnten 2025 die Personalkosten um rund 800.000 Euro reduziert werden, da etwa auf Nachbesetzungen bei Austritten verzichtet wurde und effizientere Wege für bestimmte Abläufe gesucht wurden.

Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigt bereits der Rechnungsabschluss der Stadt Leonding aus dem Jahr 2025. Die Stadt schloss das Finanzjahr mit einem positiven Ergebnis der laufenden Geschäftstätigkeit von rund 1,06 Millionen Euro ab. Zusätzliche Einnahmen aus Förderungen, beispielsweise für Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden oder aus dem Katastrophenschutzfonds, sowie strategische Liegenschaftsverkäufe verbesserten die finanzielle Situation zusätzlich. Durch den Verkauf zweier Immobilien hat die Stadt zum einen Einnahmen erzielt und zum anderen können künftig hohe Sanierungskosten gespart werden.

Investition trotz Konsolidierung

Bemerkenswert ist dabei, dass die viertgrößte Stadt in Oberösterreich trotz der konsequenten Konsolidierung weiterhin kräftig investiert. Insgesamt setzte Leonding im Jahr 2025 Investitionen in Höhe von 12,4 Millionen Euro um. Gleichzeitig fiel die notwendige Darlehensaufnahme deutlich geringer aus als ursprünglich geplant. Die frei gewordenen finanziellen Spielräume ermöglichen es der Stadt, wichtige Zukunftsprojekte weiter voranzutreiben, wie etwa den Neubau der Digi-AHS sowie die Modernisierung der Mittelschule Doppl-Hart.

Das zeigt eindrucksvoll, dass erfolgreiche Budgetkonsolidierung weit mehr bedeutet als kurzfristiges Sparen. Entscheidend sind frühzeitiges Handeln, eine fundierte Analyse, die Einbindung der gesamten Verwaltung und das Setzen klarer Prioritäten. Wer rechtzeitig strukturelle Verbesserungen umsetzt, kann finanzielle Stabilität schaffen, ohne zentrale Leistungen für die Bevölkerung einzuschränken.

Bürgermeisterin Sabine Naderer-Jelinek: „Wir nehmen unsere Verantwortung als Stadt wahr und setzen dort an, wo wir selbst etwas verändern können. Mit der Konsolidierung haben wir Einsparungspotenziale und effizientere Abläufe identifiziert, ohne die Lebensqualität in Leonding aus den Augen zu verlieren. Langfristig braucht es aber auch Reformen bei den Finanzströmen von Bund und Land, denn viele finanzielle Belastungen können Gemeinden oder Städte allein nicht bewältigen.“