Lokale Wärme gemeinsam
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ÖGUT
Info-Veranstaltung: Lokale Wärme gemeinsam in Hernals
In ländlichen Regionen oder kleineren Städten eine Energiegemeinschaft gründen? Das ist nichts Neues mehr. Österreichweit gibt es bereits rund 3.800 Erneuerbare Energiegemeinschaften (EEGs) mit nach wie vor steigender Tendenz. Im großstädtischen Raum sieht die Sache anders aus, wa kein Wunder ist. Denn Einfamilienhaus-Besitzer:innen verfügen eindeutig über leichtere Entscheidungsstrukturen als Menschen, die z. b. in einem Mehrparteienhaus in Wien im Wohnungseigentum leben.
Auslaufmodell Gas
Warum sollten sich Menschen im urbanen Raum überhaupt Gedanken über ihre Strom- und Wärmeversorgung machen? Die war doch immer „automatisch“ gegeben, warum sich plötzlich selber kümmern müssen? Weil Gas als Heizquelle ein Ablaufdatum hat und weil die Fernwärme zwar ausgebaut wird, aber in einer Millionenmetropole wie Wien dennoch nicht alle Haushalte versorgen wird können. Und warum braucht’s für eine alternative Lösung wie Wärmepumpen gleich eine Energie- bzw. Wärmegemeinschaft? Warum kann das nicht jedes Haus einfach für sich alleine machen? Weil sich ein mehrgeschoßiges Haus oft nicht ausreichend mit einer Wärmepumpe versorgen kann und zumindest ein oder zwei weitere Gebäude dafür braucht.
In eine lokale Wärmegemeinschaft, fachlich auch als „Anergienetz“ bezeichnet, bringt jedes Gebäude seine Schätze ein – z. B. eine passende Räumlichkeit im Keller oder eine Dachfläche für die Wärmepumpe oder eine Grünfläche im Innenhof, die sich für Erdsonden eignet. So werden Synergien genutzt und Errichtungs- sowie Betriebskosten gesenkt. Klingt in der Theorie einfach, ist in der städtischen Praxis aber noch wenig eingeübt und vertraut.
Lokale Wärme gemeinsam
Genau hier setzt ein aktuelles Forschungsprojekt der ÖGUT an, das aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und auch vom Österreichischen Städtebund unterstützt wird. Das Projekt „Lokale Wärme gemeinsam“ wird in Kooperation mit dem Stadterneuerungsprogramm WieNeu+ im 17. Wiener Gemeindebezirk umgesetzt. Ziel ist es, einen praxistauglichen, übertragbaren 10-Schritte-Plan zu erstellen, der Haus- und Wohnungseigentümer:innen auf dem Weg von der Idee über die Erarbeitung von Organisationsmodellen bis zur Angebotseinholung und Bieterauswahl unterstützt.
Die größten Herausforderungen dabei sind nicht technischer und auch nicht unbedingt finanzieller Natur. Wärmepumpen haben sich in den letzten Jahren rasant entwickelt und sind zum Beispiel immer leiser geworden. Immer schmälere Bohrgeräte für Erdsonden finden mittlerweile ihren Weg auch durch enge Hoftore. Die Anschaffungskosten für PV-Speicher liegen gerade auf einem Rekordtief und allgemein gibt es trotz Sparkursen nach wie vor viele Förderungen der öffentlichen Hand für alle, die Sanierungen und Heizungstausche angehen.
Soziale und rechtliche Herausforderungen
Die größten Herausforderungen auf dem Weg sind sozialer und rechtlicher Natur. Denn lokale Wärmegemeinschaften muten Stadtbewohner:innen neue Formen von nachbarschaftlicher Kooperation zu, die erst gelernt werden wollen. Und die Pionier:innen in diesem Bereich brauchen zusätzlich einen langen Atem, um rechtliche Fragen – vom Wohnungseigentumsgesetz über Servitutsbegründungen bis hin zu gemeinschaftlichen Organisationsmodellen – in den Griff zu bekommen. Daher verfolgt das Forschungsprojekt der ÖGUT einen systemischen Ansatz und leistet damit einen wichtigen Beitrag für die breitere Ausrollung von Anergienetzen in Wien.
Wie das Projekt voranschreitet und zu welchen Ergebnissen es gelangt, erfahren Sie unter www.oegut.at.
